Sonntag, 11. März 2012

Madeira Drive - Biker-Store, Motorrad-Werkstatt und Szene-Café

Im Madeira Drive auf der Fischerstr.3 in Düsseldorf wurde zusammengeführt was zusammen gehört. Ein Store der einiges an Accessoires für Biker bereithält die nicht nur auf klassische Mopeds stehen, sondern auch den Lifestyle eines Choppertown Nation Fahrers pflegen. Eine Werkstatt für klassische Motorräder wie Harley, Indian, Triumph, Norton und andere ähnliche Fahrzeuge. Ein Café (noch im Aufbau) das mit interessanten Foto Ausstellungen dem Biker Inspiration und Abwechslung bietet, das alles im Zentrum der Niederrheinmetropole Düsseldorf am Rhein.
Im Zentrum steht der abgedeckte Billiardtisch. Für Freunde des Hauses.
Da geht man mal gern gelegentlich den Spielstand überprüfen.
Das Equipment liegt bereits auf dem Tisch, zwischen lässigen Jeans und Shirts.
Die Eat Dust Jeans liegt unten, jetzt ist die schwer angesagte,
wirklich coole Momotaro Jeans aus Japan oben.
Egal ob Lederjacke, Jeans, Helm oder Pomade. Hagen vom Madeira Drive weiß was die Düsseldorfer Jungs brauchen um abends in Discos und Clubs wie dem Q-Stall in der Altstadt zu trumpfen. Nebenbei schützen die schweren Jeans auch die Haut vor Abschürfungen sollte Mann in Bierlaune umfallen.
Am Ende wird einer bezahlen, so ist das nun mal im Leben.
Die Lederjacke im Fliegerlook wird nie aus der Mode kommen, warum auch?
Zum Café Racen geeignete Kopfbedeckungen. DVDs in der Tanksäule.
Verkaufsgespräch unter Männern, da staunen die Mädels.
Für den der noch Haare zu bieten hat, Schmiere in allen Geschmacksrichtungen.
Wofür Murray's? Das gute alte Castrol tuts doch auch!
Alles was das Herz begehrt. v.l. Motorräder, Modern Vixen, 1000 Tattoos .
Natürlich werden bei Hagen auch Mopeds geschraubt, Klassiker, ist klar. Wer mal ein Teil umgebaut oder einfach nur gewartet oder repariert haben möchte ist willkommen. In der Werkstatt ist es voll, denn Werkstätten wo Benzingespräche erlaubt und sinnvoll sind gibt es nur noch wenige, vor allem in Düsseldorf.
Hier ist Schrauben kein Marketing-Gag sondern alte Schule. Ja mein Herr.
Peter Su Markus und Hagen im Gespräch. Es geht um Motorräder. Zen. Philosophie.

Ordnung muss sein, bei aller Kreativität.
Knochen als Kabelbinder für die Stromleitung des Dock66 Tachometer. Kreativ!

Wer auf Single Zylinder steht, kann den einen zeitweilig abschalten. Praktisch!
Was genau soll der Spülboy in der Werkstatt nun reinigen? Diese Frage blieb offen.
Die nächste Saison kommt bestimmt liebe Freunde, daher besucht auf jeden Fall das Madeira Drive und lasst Körper und Karre stylen. Wer selbst Hand anlegen möchte, kann bei Dock66 ein paar Parts ordern und sein Moped so mal richtig kennen lernen.

Freitag, 13. Januar 2012

Wannabe-Choppers Motorradwerkstatt

Inmitten einer schrottigen Umgebung im Gewerbegebiet Margarethenhöhe in Gießen liegt seit Herbst 2011 die Werkstatt und Manufaktur des Zweiradmeisters Ricky de Haas. Zusammen mit seinem Vater Volker de Haas werden hier Motorräder repariert und gewartet, vor allem aber ungewöhnliche Projekte zum Thema Custombike realisiert.
Ein Schrottgespann mit Unfallschaden, Brandwunden und Zeichen
unnötiger Gewalt erwecken nicht gerade Vertrauen beim Erstbesucher.
Die Eingangspforte täuscht. In der unerwartet großen Halle geht es aufgeräumt
und stylisch zu. Grafiken vom bekannten Künstler  Mathias "MAZE" Wagner
zieren die Wände.
Neuestes Prachtstück bei Wannabe-Choppers ist die prämierte Harley Sportster
im Vordergrund links, Arbeitstitel "Messed Up".
Mehr darüber gibt es auf der Webseite von Ricky de Haas.
Rechts vom Showroom gibt es die eigentliche Werkstatt
mit Hebebühnen und Elektronikabteilung.
Die "Schmiede" aller Customprojekte ist im Bereich vorn rechts anberaumt.
Zur Zeit wird hier ein Sportster Projekt zusammen
mit Dock66 Motorcyle Parts realisiert.
Ein Gang durch die Werkstatt offenbart eine äußerst selten anzutreffende Mischung aus handwerklicher Tradition und modernsten Geräten, eingerahmt von einer bestechenden Ordnung. Hier wird Technik nicht zum Selbstzweck eingesetzt, sondern nach Bedarf.
Unerwartet aufgeräumt geht es bei dem kreativen Ricky zu. Alles hat seinen Platz.
Viele der eingekauften Parts werden verändert, andere einfach neu geschmiedet.
Eine ordentliche Hammersammlung gehört in jede Werkstatt für coole Aufbauten.
Ricky de Haas legt die Messlatte hoch an. Bei aller optischen Schlodrigkeit steht
trotzdem Genauigkeit und Meisterqualität im Vordergrund.
Volker de Haas ist für den elektronischen Bereich zuständig. Hier gibt es nur
noch Hightec, für ein Fahrzeug das nur
optische Reize zeigt, kann er sich nicht begeistern.
Ohne Maschinen läuft im Fahrzeugbau gar nichts, auch nicht im Oldschool Betrieb.
Herausragend bei Wannabe-Choppers ist der in der Szene bisher einmalige Style aus Tradition, Technik und Elektronik, garniert mit Szenesymbolen und einem kräftigen Hauch von Kunst. Nicht zuletzt durch den Zusammenhalt des ungewöhnlichen Familienteams ist solch eine Werkstatt überhaupt denkbar. Der mit 23 Jahren recht junge Zweiradmeister Ricky gibt die Linie vor und wird dabei von seiner Frau Maria de Haas unterstützt, die hauptberuflich im Design Studio und Modell Atelier für Tanzsportbekleidung tätig ist. Volker de Haas sorgt für den nötigen Anteil konservativen Denkens. Die Ergebnisse werden zu recht prämiert.
Hier wird noch nach der Stechuhr gefertigt. Wers glaubt ...
Ja, Telefon und Kasse sind funktionsfähig.
Ricky ist ein unglaublich kommunikativer, humorvoller Mensch.
Ohne diese Eigenschaften wäre er sicher nicht so weit gekommen.
Ob Madeira Drive oder Burrito Bros.,
Thunderbike oder Independent Choppers,
Dock66 oder Zodiac, alle kennen Wannabe-Choppers.
Pokale, Prämien, Meisterbrief. Bildung ist durch nichts zu ersetzen.
Volker de Haas in seinem Element. Konzentriertes Arbeiten an der Werkbank.
Ergebnis aller angesprochenen Fakten sind neben einer coolen Werkstatt - die allein schon einen Besuch lohnt - natürlich die Bikes und Accessoires aus dem Hause Wannabe. Hier wird wiederverwertet, gedengelt, ja sogar gegossen (wen wunderts bei jemand aus Giessen?).
Eine 400er Honda muss nicht immer langweilig aussehen.
'Die Zeit ist kurz, die Kunst ist lang' sagte Goethe. Dem Dichter hätte die
125er Virago mit dem Arbeitstitel "Clockwork" sicher gefallen.
Das hätte sich der Fleischwolf von Alexanderwerk sicher nicht gedacht,
dass er mal als Ansaugtrichter vorm S&S Vergaser endet.
Die Kunst von Von Dutch is still alive bei Wannabe-Choppers,
genauso wie religiöses Denken. Direkt unter dem bekannten Auge steht
Soli Deo Gloria, also Einzig Gott zur Ehre.
Flying eyeball mal anders. Gegossen bei Wannabe in Gießen.
Die Von Dutch ähnliche Version des Eyeballs,
vorbereitet zur Verwendung als Tankdeckel.
Natürlich benötigt jeder Customizer heute auch seine
eigene Kollektion. Der moderne Biker läuft nun
mehr in stylischen Klamotten rum als er
Moped fährt. Die Klamotten von Wannabe sind
aber ganz in der Tradition des Betriebs,
ultra robuste Einzelanfertigungen
von Maria de Haas.
Wer nun mehr über Wannabe-Choppers wissen möchte, dem sei zum einen die Webseite empfohlen. Über das kommende Sportster Projekt wird auf der Facebook Seite von Dock66 und auf der Homepage von Dock66 berichtet.

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Motorrad und Musik - untrennbar verbunden - 10 Jahre iPod

Noch vor der Pubertät ereilt sie uns, die erste große Liebe, die Musik. John Miles hat über dieses Thema sogar einen Klassiker komponiert und die Sache auf den Punkt gebracht: Music was my first love, and will be my last.

Zu jeder Tour und Motorradreise, ja zu jedem Treffen oder Tagestrip gehört die Musik wie der Pott Kaffee, die ungesunde Kippe und der Benzingeruch. Gerade aber auf dem Motorrad fällt der Transport mangels Stauraum schwer.

Instrumente zu transportieren ist keine Stärke des Motorrads.
Einige Biker nehmen trotzdem eine Guitarre mit.

Der Autor in Algerien 1986 auf einer BMW R 100 GS. Flüssigkeiten sind
überlebenswichtig, 80l Benzin und 20l Wasser sind an Bord,
aber auch ein Walkmen von Sony.
Für alle Biker, Radfahrer aber auch Jogger und Wanderer kam 1979 die perfekte Lösung, der Walkmen von Sony auf Basis einer Cassette. Dieses absolute Statussymbol der Jugendlichen wurde etwa 335 Millionen Mal verkauft. Wenn man den Walkmen mit auf Motorradreise nahm, musste man sich entscheiden welche Musikstücke mitgenommen wurden, mehr als 5 Cassetten hatten keinen Raum. Bei Saharatouren musste das Gerät zudem noch stoßfest verpackt werden.

Welche Cassette wird mitgenommen?
Am besten eine Mixcassette mit den wichtigsten Songs.
1991er Sony Walkmen mit Radioempfang und Reisewecker plus ein Sixpack
Cassetten, eine ist im Gerät. Der Walkmen steckt
in einer Metall Keksdose, gegen Sand und Schläge geschützt.
Abgelöst wurde der Walkman vom Discman. Die Menge der mitgenommenen Musikstücke konnte nun erheblich gesteigert werden, die CDs wurden in kleinen Mäppchen transportiert. 1991 kam es zur Minidisk, dann zum 1982 entwickelten MP3 Format auf den CDs.
MP3 fähiger Diskettenspieler von Jambo mit Kabelfernsteuerung.
Beim Joggen und Mopedfahren kam es zu Aussetzern.
Abgelöst wurden die mechanischen Geräte von so genannten MP3-Playern mit Festspeicher, da gab es keine Aussetzer mehr, keinen Bandsalat und verkratzte CDs. Der erste MP3-Player für den Massenmarkt, der größere Bekanntheit erlangte, war der Rio PMP300, der im September 1998 auf den Markt kam.
Diamond Rio 500, der erste wirklich gute MP3 Player. 128 MB Festspeicher
und zusätzliche 64 MB Speicherkarten ließen den Stauraum der transportablen
Musik auf ein geringeres Volumen schrumpfen als je zuvor.
Den wirklichen Siegeszug der MP3-Player läutete allerdings der iPod von Apple im Jahr 2001 ein. Gigabyte an Speicher und Dank iTunes eine komfortable Software ließen die Bedienung zum Kinderspiel werden. Besonders komfortabel war die Gestaltung eines Daumenrads zur Bedienung ausgefallen.
6GB iPod Mini von Apple mit Daumenrad und Monochrom Display
Um sich auf dem Markt langfristig zu behaupten ersann Apple unter der Leitung von Steve Jobs immer innovativere Geräte. Bald konnte mit dem iPod auch Radio gehört und gefilmt werden.
iPod Nano 4. Generation mit Radio, Kamera und Schrittzähler.
16 GB für 200 CDs. Der Schnickschnacksiegeszug von Apple beginnt.
Wie es bei allen technologischen Entwicklungen der Fall ist, wurde nun auch entgegen Nutzen oder Bedarf weiterentwickelt. Da das iPhone sowie andere Smartphones die MP3-Player weitestgehend ersetzt hatten, stellte Apple den denkbar kleinsten aller MP3-Player vor, der aber nicht mehr die Beliebtheit seiner Vorgänger erreichte.
Der kleinste MP3-Player von Apple ist ein wenig fummelig zu bedienen.

Das winzige Gerät mit Touchscreen ist fummelig zu bedienen, die weiter entwickelte Software mittlerweile vollkommen oversized. Die Synchronisierung der Geräte ist nervig, ohne Sicherungen muss alles immer wieder neu sortiert werden, sollte der Rechner getauscht werden. Ohne iTunes läuft sowieso nichts, also immer weiter mit Apple Produkten. Apple ist damit wieder exakt an dem Punkt angekommen wo sie vor der Microsoft PC-Revolution waren. Überteuerte digitale Geräte mit exklusiven Funktionen die einer erzwungenen Community vorbehalten sind. Der Besitz adelt im besten Marshall McLuhan Sinne: Das Medium ist die eigentliche Botschaft.

Aber sollte es nicht um die erste große Liebe gehen - die Musik? Trotz aller Entwicklungen, aller Technologien ist die Freude am Musik hören die gleiche geblieben. Ob mit dem Walkman auf Tour oder dem iPhone unterwegs, das macht keinen Unterschied, denn es kommt letztendlich nur auf die Musik an und nicht auf die Technik. So sagte schon der ewige Goethe: Die Zeit ist kurz, die Kunst ist lang. Die Apparate sind vergänglich, der Mensch ist vergänglich aber die Kunst wird bleiben. So hören die Menschen nach wie vor Musik von Beethoven bis Jimi Hendrix, egal mit welchem Apparat, mit welcher Maschine.
Die Musik von Jimi Hendrix wird nach wie vor gespielt, interpretiert und verehrt.
Auf Electric Ladyland sang Jimi Hendrix Well it's too bad that our friends, can't be with us today. Well it's too bad. The machine, that we built, would never save us', that's what they say. That's why they ain't coming with us today. Die Maschinen konnten Jimi nicht retten, Steve Jobs von Apple auch nicht. Aber die Musik von Hendrix wird weiterleben, solange es Musiker wie Hiram Bullock und Nguyên Lê und viele andere geben wird. Hendrix der zum Jazz wechseln wollte, wäre sicher begeisterter Zuhörer dieser Versionen seiner Musik.

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